Sprach- und Kulturmittlerinnen

Problemdarstellung:

Seit der EU-Osterweiterung sieht sich die Beratungsstelle Nachtfalter immer mehr mit dem Problem konfrontiert muttersprachliche Beratung zu leisten. In Essen haben ca. 60% - 80% aller in der Prostitution tätigen Frauen einen Migrationhintergrund.

Viele Frauen verfügen über keine oder nur sehr geringe Deutschkenntnisse. Sie unterstützen durch ihre Tätigkeit in der Prostitution ihre Familien im Herkunftsland.  

Die Frauen haben keine Kenntnisse über Rechte und Pflichten sowie über mögliche Hilfsangebote im Aufnahmeland.

Zielsetzung:

Ziel ist die Schaffung einer Vertrauensbasis und Abbau bestehender Hemmschwel-len und Ängste zur Wahrnehmung und Nutzung bestehender Hilfsangebote.

Strukturen und Verwaltungsabläufe sollen kennen gelernt werden und den Zugang zu den Angeboten der Institution ermöglicht werden.

Methode:

Innerkulturelle Verhaltensformen müssen immer im Licht des dazugehörigen Sozial-, Wertesystems und Kulturverständnisses gesehen werden, damit Vertrauen aufgebaut werden kann und Ziele verwirklicht werden können. Sprache darf, wenn ihre kulturelle Bedeutung verstanden werden soll, nicht nur als Mittel der Kom-munikation angesehen werden, sondern sie strukturiert grundsätzlich das menschliche Verstehen der Welt. Die Sprach – und Kulturmittler überbrücken sprachliche und kulturelle Hürden und verkürzen somit den Kommunikationsprozess erheblich.

Die ausgebildeten Sprach- und Kulturmittler verfügen über entsprechende Sprach-kenntnisse und interkulturelle Kompetenz (Antidiskriminierung / Antirassismus).

Des Weiteren über persönliche Kompetenzen und Institutionswissen. Durch Sprach- und Kulturmittler der eigenen Kultur und Sprache wird es für die Frauen einfacher Vertrauen aufzubauen und die Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen.

Die Sprachmittler sind in einer entsprechenden Fortbildung des Caritasverbandes auf der Basis der Theaterpädagogik geschult worden.